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Österreich und die Slowenen


Die Slowenen

Die Slowenen sind in Österreich eine sprachliche Minderheit, überwiegend in Südkärnten und zum Teil in der südlichen Steiermark.


Die im 6. Jahrhundert in die römischen Provinz Noricum eingewanderten Slawen wurden ab dem 7. Jahrhundert Karantaner genannt und waren ab dem späten 8. Jahrhundert eng mit den Baiern verbunden. Verbindungen bestanden insbesonders mit Freising ("Freisinger Denkmäler" aus dem 10. Jahrhundert, älteste slawische Aufzeichnungen in lateinischer Schrift, zwei Beichtformeln und ein Predigtfragment).
Im Hochmittelalter wurde das Stammesherzogtum Karantanien zweisprachig. Die später "Slowenisch" genannte Sprache blieb im südlichen Teil Kärntens bis in das 20. Jahrhundert vorherrschend.
Die Verschriftlichung des Slowenischen erhielt in der Reformationszeit (Bibelübersetzung durch P. Truber) wichtige Impulse. Die frühe National- und Sprachbewegung der Slowenen hatte zunächst noch in Kärnten ihr Zentrum (U. Jarnik, M. Majar, A. Einspieler, Gründung der Hermagoras-Bruderschaft/Moharjeva dru?ba in Klagenfurt zur Verbreitung slowenischer Literatur 1852-60).

Durch die Kärntner Sozialstruktur (Slowenen waren überwiegend in der Landwirtschaft tätig) und auch als Folge der besonderen Rolle von Geistlichen für das nationale Bewusstsein der Slowenen entstand ab etwa 1860 die Gleichsetzung von "deutsch" = "fortschrittlich" gegenüber "slowenisch" = "klerikal-konservativ"; sprachlicher und bewusstseinsmäßiger Übergang zum "Deutschtum" wurde daher oft als sozialer Aufstieg verstanden. Die slowenische Sprachgruppe in Kärnten ging daher im 19. und frühen 20. Jahrhundert zurück (Umgangssprache Slowenisch 1880: über 100.000 oder 30 %; 1910 rund 82.000), begünstigt durch das "utraquistische" zwei-sprachige Landesschulwesen.

Bei der Volksabstimmung 1920 stimmten mindestens 10.000 Slowenen für Österreich, dennoch war die 1. Republik wenig minderheitenfreundlich. Nach dem Überfall des nationalsozialistischen Deutschland auf Jugoslawien 1941 erfolgten Repressalien gegen die Slowenen sowie Aussiedlungen, die ein Übergreifen der slowenischen Partisanenbewegung auf Kärnten zur Folge hatten. Mit dem Beginn der 2. Republik wurde im Oktober 1945 eine neue Schulverordnung erlassen: In allen Schulen Südkärntens bestand nun Pflichtunterricht in beiden Landessprachen.
1957 wurde das Gymnasium für Slowenen in Klagenfurt gegründet. Nach Schulstreiks reduzierte das Schulgesetz von 1959 den zweisprachigen Unterricht auf ausdrücklich angemeldete Schüler. Das Gerichtssprachengesetz 1959 regelte den Gebrauch des Slowenischen in drei gemischtsprachigen Gerichtsbezirken (Bleiburg/Pliberk, Eisenkappel/?elezna Kapla, Ferlach/Borovlje), seit 1976 erfolgt die Regelung durch das Volksgruppengesetz.

In Durchführung des Artikel 7 des Staatsvertrags von 1955 wurden 1972 zweisprachige topographische Aufschriften errichtet, viele davon wurden anschließend meist gewaltsam entfernt (Kärntner Ortstafelkonflik), worauf die Regierung erfolgreich ein Dreiparteieneinvernehmen suchte (Volksgruppengesetz 1976). Der dort vorgesehene Volksgruppenbeirat für die Slowenen wurde von den beiden Slowenenverbänden (der christlich orientierte Rat der Kärntner Slowenen/Narodni svet koro?kih Slovencev und der Zentralverband slowenischer Organisationen/Zveza slovenskih organizacij na Koro?kem in der Tradition der Partisanen) boykottiert und erst 1989 beschickt. In neun Gemeinden bzw. Gemeindeteilen sind (2000) zweisprachige topographische Aufschriften vorgesehen (in zwei davon nicht aufgestellt). In 14 Gemeinden bzw. Gemeindeteilen gilt Slowenisch als Amtssprache. Die Zahl der Personen, die Slowenisch als Umgangssprache verwenden, hat sich 1991 bei rund 20.000 (davon zirka 15.000 in Kärnten) stabilisiert.
 
Literatur: F. Hauptmann, Die Stellung der Südslawen in der Habsburgermonarchie, in: E. Zöllner (Hg.), Volk, Land und Staat in der Geschichte Österreichs, 1984; Geschichte der Kärntner Slowenen von 1918 bis zur Gegenwart, 1988.


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