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ÖGB Zentrale: COACHING zur interkulturellen Öffnung des ÖGB-Referats für Bildung, Freizeit, Kultur

Schwerpunkt: ArbeitnehmerInnen aus den Grenzregionen mit den neuen EU-Staaten


1.Einleitung

Das ÖGB-Bildungsreferat hat gemeinsam mit dem Projekt "Gemeinsam Erweitern" beschlossen, sich dem Thema der interkulturellen Öffnung zu widmen und hat von der Grazer Organisation ZEBRA ein Konzept angefordert und in Folge diese mit der Unterstützung beauftragt. ZEBRA hat im Rahmen der EU Initiative EQUAL vierzehn Personen mit Migrationshintergrund zu "interkulturell kompetenten Coaches" ausgebildet. Aus geographischen, geschlechtlichen und logistischen Gründen besteht das Team der Coaches für dieses Projekt aus  Anahita Shoaiyan, Snjezana Topic-Zivancic und David Pasek.

Ziel des Coachings war es, die MitarbeiterInnen des ÖGB-Bildungsreferats, ProjektpartnerInnen im Projekt "Gemeinsam Erweitern" und interessierte BetriebsrätInnen und GewerkschafterInnen bei ihrer Arbeit mit ArbeitnehmerInnen  in den Grenzregionen zu den neuen EU-Regionen zu begleiten und bei ihren Herausforderungen zu unterstützen. Der Schwerpunkt lag naturgemäß auf den Bildungsmaßnahmen (Seminare, Workshops, Lesungen, Veranstaltungen), die von ÖGB und den Partnerorganisationen angeboten wurden. Ein besseres Verständnis füreiander sollte die Zusammenarbeit erleichtern, Horizonte erweitern und die KollegInnen fit machen für neue und erweiterte Kooperationen mit den NachbarInnen im Zuge der EU-Erweiterung.

Der wichtigste  Grundsatz eines  Coachingprozesses ist, dass die Maßnahmen, Aktivitäten und Veränderungsprozesse nur in Absprache und im Einklang mit den in der Organisation verantwortlichen und betroffenen Personen diskutiert und entwickelt werden und diese selbst dann auch an dem Veränderungsprozess teilnehmen und diesen tragen.

Im Rahmen des Coachings wurde daher für die MitarbeiterInnen des ÖGB und die weiteren ProjektpartnerInnen des Projekts "Gemeinsam Erweitern" ein kurz-, mittel- und langfristiges Programm erstellt, das exakt ihren Bedürfnissen und Erfordernissenentsprach.

Der Coachingprozess wurde  September 2004 begonnen im Juni 2005 beendet. Das Coaching verlief in vier Phasen: Erhebungsphase, Programmerstellungsphase, Umsetzungsphase und Auswertungsphase ab. Naturgemäß sind die Grenzen zwischen diesen Phasen fließend.

2. Projektverlauf

2.1. Erhebungsphase

Die erste Phase war eine Kennenlern- und Screening-Phase der Organisation und ihrer ProjektpartnerInnen. Als Grundlage wurde eine Vorstellrunde mit den Projektveranwortlichen von ZEBRA aus Graz und den ProjektleiterInnen des ÖGB-Bildungsreferats und des Projekts "Gemeinsam Erweitern" organisiert.
Eine entscheidende Grundlage jedes Coachingprozesses ist eine klare Definition des Auftrages. Deshalb wurden zu Beginn zwischen den Coaches, der Leitung des ÖGB-Bildungsreferats und dem Projekt "Gemeinsam Erweitern" drei Ziele definiert:

1) Bildungsangebot für BetriebsrätInnen, GewerkschafterInnen und ArbeitnehmerInnen in den Grenzregionen
Zu den vorhanden Seminaren zu interkulturellen Themen melden sich diejenigen KollegInnen an, die bereits auf das Thema sensibilisiert sind an. Ein Ziel ist es, das Bildungsangebot entsprechend anzupassen und umzugestalten, um mehr Menschen für diese Themen zu gewinnen.
2) Querschnittsarbeit in den Bildungsveranstaltungen
Sensibilisierung der ReferentInnen und ModeratorInnen auf bestimmte Themen
3) Gewinnen von MigrantInnen als Gewerkschaftsmitglieder

Im nächsten Schritt wurden die Coaches bei einer Klausur im September allen beteiligten PartnerInnen vorgestellt. Im Rahmen der Klausur wurde das System des Coachings und die Methoden dargestellt.

Im nächsten Schritt der Erhebungsphase wurden Einzel- oder Gruppengespräche mit allen MitarbeiterInnen des ÖGB-Bildungsreferats und PartnerInnen von "Gemeinsam Erweitern" geführt.
Bei diesen ausführlichen Gesprächen ging es darum, die einzelnen Personen und ihre Aufgaben kennen zu lernen, Potentiale und Ressourcen zu entdecken und auch erste Ideen für den Veränderungsprozess zu sammeln.

Die Akzeptanz und die Bereitschaft für den Prozess der interkulturellen Öffnung waren sehr hoch. Die durch die Gespräche gewonnen Erkenntnisse bildeten die Grundlage für die Programmerstellung. Ebenso war der Prozess der Gespräche für die Sensibilisierung gegenüber dem Thema "Migration in den Grenzregionen mit den neuen EU-Mitgliedsstaaten" von großer Wichtigkeit.

2.2. Programmerstellungsphase

Auf Grund der so erworbenen Erkenntnisse über die Organisation, ihre MitarbeiterInnen und ProjektpartnerInnen wurden von den Coaches 5 Pakete erarbeitet, die verschieden Ziele verfolgen und an unterschiedlichen Ebenen angreifen.

1)POTENTIAL                  MIGRATION
Paket 1: Empowerment von ArbeitnehmerInnen in den Grenzregionen mit dem Ziel, MigrantInnen für gewerkschaftliche Initiativen zu interessieren.

2)FREI                               ZEIT
Paket 2: Erarbeitung von Freizeitangeboten, die auf MigrantInnen aus den neuen Mitgliedsländern zugeschnitten sind.

3)BILDUNG                       ANGEBOT
Paket 3: Bildungsprogramm - Anpassung der Bildungsangebote in Hinblick auf die neuen Herausforderungen durch die Erweiterung der EU mit besonderem Augenmerk auf die Grenzregionen.

4) TOOLS                           ENTWICKLUNG
Paket 4: Entwicklung von Tools für TrainerInnen und eventuell FunktionärInnen

5) DISKRIMINIERUNG      ALL-TAG
Paket 5: Neue gesetzlich Rahmenbedingungen - Antidiskriminierungsgesetz

2.2.1 Auswahl

Die Pakete wurden dem ÖGB-Bildungsreferat und den teilnehmenden ProjektpartnerInnen von "Gemeinsam Erweitern" vorgestellt und alle Pakete wurden diskutiert. Da die vereinbarten Ressourcen eingeschränkt waren, musste aus dem Angebot ausgewählt werden.

Es wurden 3 Pakete ausgewählt:

1)Anpassung Bildungsangebote
2)Empowerment von ArbeitnehmerInnen
3)Entwicklung von Tools für TrainerInnen um diskriminierenden Vorfällen im Unterricht begegnen zu können.

2.3. Umsetzungsphase

Auf der Basis des gemeinsam beschlossenen Programms zwischen Coaches, TeilnehmerInnen und Leitung wurden die Maßnahmen in dieser Phase umgesetzt.

2.3.1. Empowerment von ArbeitnehmerInnen in den Grenzregionen

Um zunächst einen Überblick über die Situation in österreichischen Betrieben in den Grenzregionen zu gewinnen,  wurden zwei Focusgruppen mit österreichischen ArbeitnehmerInnen organisiert, in deren Betrieben viele MigrantInnen aus den neuen EU-Ländern arbeiten. Eine dritte Focusgruppe wurden mit MigrantInnen durchgeführt.
Die Focusgruppen wurden von den Coaches moderiert. Die Gespräche dauerten etwa zwei Stunden und fanden mit 14 österreichischen BetriebsrätInnen und PersonalvertreterInnen  und 6 MigrantInnen statt. Die Gespräche wurden in der Folge transkribiert und die Erkenntnisse zusammengefasst und aufbereitet. Alle TeilnehmerInnen der Focusgruppen waren außerordentlich engagiert, diszipliniert und interessiert und forderten eine Fortsetzung und weiterführende Informationen.

2.3.2. Arbeitsgruppe Bildung

Um die Ziele im Bereich der Bildungsmaßnahmen erarbeiten und umsetzen zu können, wurden alle involvierten MitarbeiterInnen und ProjektpartnerInnen des ÖGB-Bildungsreferats und des Projekts "Gemeinsam Erweitern" eingeladen, eine Arbeitsgruppe zu formen. Das erste Treffen diente zu einem Brainstorming und zur Besprechung der grundsätzlichen Aufgaben der Gruppe. Ab dem zweiten Treffen wurden die Vorschläge auf die Umsetzbarkeit sowie auf alle möglichen Auswirkungen überprüft.

train the trainer

train the trainer: Entwicklung von Strategien für Vortragende und FunktionärInnen,
um diskriminierende Zwischenrufe kompakt und klar aufzugreifen und die Position
des ÖGB darzulegen.
Es wurde beschlossen, TrainerInnen zu einem Eintagesworkshop einzuladen, um eine Bestandsaufnahme der derzeitigen Situation zu erheben und gemeinsam mit ExpertInnen erste Strategien zu Entwickeln.

Anpassungen der Bildungsmaßnahmen

-) Möglichkeiten eines zertifizierten Lehrganges zum Thema Antidiskriminierung
-) Thematisieren von Vorurteilen gegenüber MigrantInnen in Kommunikationskursen.  
-) Einflechtung von Migrationsgeschichte und EU-Erweiterung in den politischen Seminaren.
-) Praxisorientierte Konfrontation mit dem Thema Integration, Diskriminierung und Rassismus
-) Konfrontation mit muttersprachlichen Gästen in ähnlicher Position und Funktion im Heimatland in den Ungarisch-, Tschechisch-, Slowakisch- und Slowenisch-Sprachkursen (Erfahrungsaustausch)
 
Zusätzlich wurde der Gesprächsleitfaden für die Focusgruppen im Rahmen der Arbeitsgruppe reflektiert und optimiert,  um jene Informationen zu gewinnen, die für die Anpassung der Bildungsmaßnahmen wichtig sind.


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